Eine Familienfeier zog mich in diesem Jahr bereits Anfang Februar auf meine Heimatinsel Rügen.

Die weite Strecke von München nach Rügen im Winter zweimal mit dem Auto zurückzulegen und auch noch innerhalb der fünf verfügbaren Tage, war mir denn doch eine grausliche Vorstellung.

Alternativ hat man nur die Wahl zwischen Pest (unpünktliche Bahn) und Cholera (streikende LH-Piloten). Doch seit 2016 fliegt nun die britische Airline BMI Regional von München nach Rostock-Laage und so entschied ich mich, diese Verbindung auszuprobieren und ab dem Flughafen Laage, der optimal direkt an der A19 und sehr nahe der A20 liegt, in 1,5 Stunden die Insel Rügen anzusteuern.

Meine Lieblingsautobahn, die A20, im Mai. Nur Fliegen ist schöner :-)

Das klappte auch wunderbar. Der Flughafen Rostock-Laage ist äußerst angenehm, gemütlich und besticht mit sehr aufgeschlossenem, freundlichem Personal.
Neben komfortablen Sitzecken, die ich auf dem Rückweg schätzen lernte, gibt es eine Flugzeugausstellung. Auch Tageszeitungen werden kostenlos ausgegeben. Leider keine Steckdosen bei den Sofas und Sesseln, nur einige „Staubsauger“-Steckdosen am Rand. Aber so unkompliziert, wie hier alles verläuft, hält man sich ja in der Regel auch nicht lange auf.

Flughafen Rostock-Laage: Empfangshalle

Flughafen Rostock-Laage: Flugzeugausstellung

Den Mietwagen sollte man sich rechtzeitig im Voraus bestellen. Zwar gibt es Mietwagenschalter in der Ankunftshalle, jedoch waren diese nicht besetzt, sondern die Papiere und Schlüssel lagen am Informationsschalter und wurden vom Flughafenpersonal mit ausgegeben und wieder entgegengenommen.
Bei der Rückgabe wird somit auch keine Prüfung im Beisein des Kunden vorgenommen, die Zeit wird per Parkticket dokumentiert. Zur Festhaltung der Schadensfreiheit habe ich das Auto sicherheitshalber rundherum fotografiert. Vollgetankt hatte ich im benachbarten Kritzkow.
Die Endabrechnung von Europcar kam zwei Tage später und enthielt alle Daten ganz korrekt.

BMI fliegt mit den Embraern (ich saß in der kleinen ER3 mit 14 Reihen a‘ 3 Plätzen). Sehr nettes und taffes Personal, wie man es oft in kleinen Fliegern hat, wo eine Stewardess ALLES machen muss und das auch noch rasant schnell. Gepäckregelung: 1 Gepäckstück a‘ 20kg; Handgepäck zur Fotografenfreude 12 kg. Es gibt in der ER3 lediglich über den Doppelsitzen Gepäckablagen, in welche auch wirklich nur Gepäck mit den vorgeschriebenen Packmaßen reinpasst – man kann beim Einsteigen sein Handgepäck aber zum Schnelleinladen in den Laderaum abgeben und bekommt es sofort beim Aussteigen wieder.

Alles in allem also eine tolle Verbindung aus dem Süden ganz in den Norden – ich hoffe nur, sie bleibt uns erhalten, denn ausgebucht war der Flieger beide Male nicht.

Nachdem die Stuttgarter in ihren Flieger eingestiegen sind, warten nur noch wir paar Münchner hier

Aber immerhin warten wir gemütlich :-)

Auf Rügen hatte es in den Tagen zuvor viel Frost gegeben und bei meiner Ankunft sogar noch einmal eine dünne Schneedecke, die sich aber bald wieder auflöste. An der Küsten glänzten viele Wellenbrecher unter Eis. Bei kaltem Ostwind waren die Strandspaziergänge nur mit Dauenhose gemütlich, dann freilich konnte ich sie wirklich genießen, vor allem die Winter-Ruhe.

Auch vor dem Lauterbacher „Im Jaich“ lag eine dünne Eisdecke.

Mein Lieblingsort auf Rügen: das kleine Gager vor den Zickerschen Bergen. Hier gibt es auch jede Menge Vögel.

Boot in Gager

Wellenbrecher am Thiessower Strand

Am Strelasund neben der Rügenbrücke

Stralsunder Skyline im Winter

Angenehme Ruhe… wenn man mal von Binz absieht – dorthin fuhr ich meiner Schwägerin zuliebe, um ihr Lieblingsbrot zu holen. Fuhr in den Ort, sah rechts und links sogleich Massen von Touristen, am Kleinbahnhof die bunte Bäderbahn – all den Zirkus, den man vom Sommer kennt – und fuhr also mit dem Brot sogleich wieder von dannen, Richtung Mönchgut.

Was für ein Paradies da unten. Gebe Gott, dass es noch eine Weile so erhalten bleibt – vieles auf Rügen wie die unablässigen Straßenverbreiterungen und Ferienhaus-Neubauten scheinen mir nicht die richtige Vision für die Zukunft zu sein.

Als Fotoausrüstung in Winterkälte hat sich das Sony-Equipment ja bereits in Finnland, worüber ich noch berichten werde, bewährt. Somit blieb Nikon zu Hause.
Mit dabei: Sony A7 mit Lieblingsobjektiven Zeiss Loxia 2.8/21mm (manuell) und SonyZeiss 1.8/55mm sowie die noch kleinere Schwester Sony A6000 mit Sigma für E-Mount 2.8/19mm. Zusätzlich das Kitobjektiv 28-70 (aber nicht benutzt), Stativ sowie Lee-Filter (letztere aus Zeitgründen leider auch nicht benutzt – nehme ich dennoch IMMER mit, denn der Ärger, wenn man sie benutzen möchte, aber nicht dabei hat, kann arg sein!!!).

 

Noch ein Wort in technischer (Blog-)Sache:

Ich habe mich entschlossen, die Kommentarfunktion bei den Beiträgen bis auf weiteres auszuschalten. Sie ist einfach ein zusätzliches Einfallstor für sinnlose Zerstörer, sprich Hacker. Wer diese Seite regelmäßig besucht, hatte vielleicht gemerkt, dass ein Artikel unlängst beschädigt worden war. Natürlich kann man alles wiederherstellen, aber solche Zusatzaufwände sind nun auch nicht unbedingt Sinn der Sache, wenn man einen (nichtkommerziellen) Blog führt und ich habe darauf wirklich gar keine Lust.

Was die Kommentarfunktion betrifft, so sind Anfragen ohnehin meistens über das Kontaktfeld bei mir eingegangen und weniger über die Funktion – deshalb sollte das Abschalten keinen großen Mangel bedeuten. Ich werde den Wunsch nach Austausch aber beobachten – sollte der Wunsch in überlegenswertem Umfang irgendwann auftauchen, ändere ich es gerne wieder.