Drei Geschichten mit ihren Protagonisten sind mir aus meiner Kindheit und Jugend bis heute lebendig: Hase und Wolf, Artur der Engel und das Kindermusical „Der Traumzauberbaum“. Mit schier kindlichem Vergnügen schaue ich noch ab und an die Videos an und höre die Lieder.

Nun ist der Schöpfer des „Traumzauberbaums“ von uns gegangen: Reinhard Lakomy, Komponist, Pianist und Sänger wurde nur 67 Jahre alt.

Frosch-Rockn-Roll

Er verabschiedete sich – wie man liest – auf seine ganz eigene, geradlinige Weise. So, wie er ungeachtet der möglichen Konsequenzen 1976 die Resolution gegen die DDR-Ausbürgerung von Wolf Biermann unterzeichnete, so verzichtete er jetzt auf die lebensverlängernde Chemotherapie gegen die Lungenkrebserkrankung. Seine Sorge galt vielmehr der Weiterführung der Traumzauberbaum-Show, die für mich lange das „Tabaluga des Ostens“ war, bevor ich ihren ganz eigenen Charakter begriff, und die wie die Maffay-Produktion auch nach 30 Jahren ewig jung wirkt.

Das Projekt wird fortgeführt von Lakomys Frau Monika Ehrhardt, welcher wir auch die skurril-poetischen Traumzauberbaum-Texte verdanken.

Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich die CD mit dem „Traumzauberbaum“ bereits verschenkt habe – an kleine und manchmal auch an große Menschen. An viele, die wie der kleine Waldwuffel von sich sagen können: „Geschichtenlieder träumen ist meine liebste Lieblingsbeschäftigung“.

Noch immer kann ich mich köstlich über den Pfannekuchenschreck amüsieren, leide mit, wenn der Eierbecher sich in Sehnsucht nach einem Ei verzehrt und grusele mich beim Gespenster-Duett von Lakomy und Angelika Mann. Sehr schön auch die von der jungen Veronika Fischer wunderbar zart vorgetragenen Lieder: Liebkoselied, Kleine Wolke, Das Bächlein, Mondsilbertaufe. Und wenn das Energiebündel Angelika Mann von den rockenden Fröschen singt, dann bleibt kein Zeh ruhig im Schuh.

Ich weiß: die Sänger-Namen werden den heute Jungen gar nichts mehr sagen, aber sie alle genossen eine ausgezeichnete musikalische Ausbildung und sind/waren großartige Künstler.

Und falls es im Himmel Internet gibt, dann „Danke“, Reinhard Lakomy, für das musikalische Vergnügen!