Das war jetzt eine lange Sendepause auf diesem Blog.
Warum?
Ich bin mir sicher mit vielen, jedenfalls mit den politisch Interessierten, einig, dass der Start des Jahres 2015 konträr zu den vielen guten Neujahrswünschen verlaufen ist, welche überall zahlreich wie wohlwollend eingegangen sind. Nach dem kriegsreichen Jahr 2014 hätten wir uns mehr Vernunft und Besonnenheit gewünscht, befanden uns allerdings nur wenige Tage nach Neujahr inmitten ausufernder Konflikte wieder, letztere unsäglich missbraucht von den einen wie den anderen.


Wer hoffte, mit Hilfe von Medien Antworten auf drängende Fragen zu erhalten, erlebte sein nächstes blaues Wunder und fügte gleich das nächste Dutzend Fragen seinem „Nach-Denkzettel“ hinzu. Ich geh‘ hier bewusst nicht auf Beispiele ein… wo anfangen und wo enden? Und dies will ja kein medienpolitischer Blog sein. Wenn er es aber doch wäre, müsste ich auch die offen zutage getretene Aggressivität im allgemeinen Meinungsbildungsprozess thematisieren. War uns der Grad der Polarisierung bewusst, und wie gehen wir jetzt damit um? Demokratie ist nichts Statisches, das Gleichgewicht will immer wieder neu hergestellt sein. Irgendwann werden die Spannungen sonst zu Rissen.

Die Griechen haben erfrischende Thesen als Programm auf den Tisch gelegt, und ich kann die motivierende Wirkung auf die Menschen in Griechenland gut nachvollziehen. Bei der Umsetzung wird sich wohl Ernüchterung einstellen und ein verkaufter Regierungsfuhrpark ist zunächst einmal mehr Show-Element als nachhaltige Reformpolitik; genauso wie ein Öffi fahrender Papst kein Beweis für Bewegung innerhalb der Kirchendoktrin ist, aber immerhin: Jemand hat klar ausgesprochen, dass der nackte Kaiser nackt bleiben wird, wenn sich nichts ändert. Das könnte Schule machen.

Was mache ich nun mit diesem Blog?
Bildergalerien und Reiseberichte weiter laufen zu lassen, ist weniger das Problem. Das ist so schön neutral.
Anders sieht es mit dem „Tagebuch“-Charakter des Blogs aus, den ich in den letzten Jahren gepflegt habe. Kann/soll jemand wie ich, der durch Herkunft und Interessenlage stark geschichtlich geprägt ist, gesellschaftliche Entwicklungen unberührt lassen?
Andererseits ist es mir wichtig, authentisch bleiben dürfen, ohne Angst, jedes Wort auf die Goldwaage legen zu müssen, um Etikettierungen zu entgehen. Und ohne Gruppen-Erklärungszwang. Will sagen, wenn ich öffentlich Charlie Hedbo sein muss, um nicht Verdacht zu erregen, gegen ihn zu sein, dann lege ich den Stift lieber ganz beiseite wie in den letzten Wochen.

Hm, aber das ist, wenn man lang genug nachgedacht hat, eine unbefriedigende, weil Feld überlassende Lösung. Machen wir also neu weiter.

Der Kalender 2015 hat sich inzwischen auch schon gut gefüllt. Übernächste Woche freue ich mich auf das Wiedersehen und -hören mit den irischen High Kings, die mich letztes Jahr auf dem Hessentag so begeistert hatten. Da wird sicherlich ganz fantastisch die Post abgehen, auch ganz ohne Whiskey.

The Irish Pub by The High Kings
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Auf Runrig müssen wir ja – wie von den Musikern angedroht – dieses Jahr ganz verzichten.
Aber immerhin kommt Frontmann Bruce Guthro zu den Blacksheeps nach Bonfeld. Neben ihm und vielen anderen auch Skerryvore, Carlos Núnez, Bob Geldof, Alan Doyle und The Hooters. Das werden heiße drei Tage.

Apropos Bruce Guthro: Wenn es nach mir ginge, dürfte er sehr gerne „ganz in Familie“ mit diesem gut aussehenden jungen Mann, seinem Sohn Dylan, kommen.

Dylan Guthro & Breagh MacKinnon - Sing To Me - NSMW 2012
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Hier noch ein sehr altes, aber voll süßes Video von den beiden, als Dylan ein kesser Stift war und Bruce optisch beinahe ein Braveheart:

Bruce & Dylan Guthro - Walk This Road
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Zur Zeit freilich tobt sich Dylan im Pop-Geschäft aus; also wenig Chance, dass er seinen Vater begleitet.

Bevor es zum Blackshepp-Festival geht, werde ich mir noch Nord- und/oder Ostseeluft um die Nase wehen lassen: Neben Rügen stehen die Kanalinseln und/oder die traditionsreiche Insel Bornholm zur Wahl.