Endlich: zu Pfingsten konnte ich mich zum ersten meiner vier Schottland-Ausflüge in diesem Jahr aufmachen. Den Freitag davor freigenommen, so dass ich Donnerstagabend nach der Arbeit losfliegen konnte. Dank der praktischen Easyjet-Verbindung München-Edinburgh ist der Wochenendausflug inzwischen so einfach wie eine Autofahrt z. B. nach Stuttgart. Theoretisch! Praktisch gibt es einiges Ärgerpotential. Der Höhepunkt geschah beim Rückflug am Flughafen Edinburgh, den Anfang machte der S-Bahnverkehr in München, dessen Unzuverlässigkeit mich inzwischen regelmäßig zwingt, mit dem Auto zum Flughafen zu fahren und dort teuer zu parken. Immerhin und dafür soll mal „Danke“ gesagt werden, war das Sicherheitspersonal unseres Heimatflughafens ausgesprochen angenehm und hatte sogar Scherze für uns.

Pünktlich kurz nach 23.00 Uhr landete unsere Maschine in Edinburgh, den Stellplatz des Flughafenshuttles kannte ich bereits vom letzten Mal und fand gleich zwei wartende Busse vor. Das kann Edinburgh, das kann Glasgow – warum kann München solch eine stressfreie Verbindung in die Stadt nicht?

Kurz nach Mitternacht erreichte ich die Princes Street und es wahr WUNDERBAR, wieder dort auszusteigen! Tief durchatmen und freuen!!!

Foto: Samsung S8

Wegen der späten Ankunft hatte ich mich für ein Bett im Baxter-Hostel (24-Stunden-Rezeption) entschieden und würde erst am nächsten Tag die angemietete Ferienwohnung hinterm Calton Hill beziehen. Das Hostel hat hervorragende Bewertungen und es war soweit in Ordnung, der Frühstücksservice sogar sehr gut. Im Vergleich mit dem nahegelegenen – und zugegeben, etwas teueren – CODE Hostel kann es allerdings nicht gewinnen. Es gibt 3 Betten übereinander, und ich fragte mich, ob die Leute sich das Alter ihrer Gäste nicht ansehen, wenn sie Oldis wie mich, die ich zudem schon vor einem halben Jahr gebucht hatte, ganz oben einquartieren – erreichbar über eine unkomfortable Leiter. Spinde für’s Köfferchen sind da, dafür sollte man sein eigenes Schloss dabei haben. Zum Handy-Aufladen gibt es Anschlüsse am Bett, ihr benötigt einen Adapter, denn USB wie im CODE gibt es nicht. Das Bett war netterweise bereits bezogen; Handtücher hat man dabei oder kann sie mieten.

Ich konnte nach dem Check-Out mein Gepäck für 2 £ deponieren (4 h) und flanierte bei wunderbar sonnigem Wetter durch den blühenden Princes Garden, wo gerade Aufbauarbeiten für das Pfingstfest stattfanden. Außerdem kaufte ich mir ein 2-Tagesticket für die Busrundfahrten. Damit würde ich allerdings erst am Samstag starten – für den heutigen Tag war ein anderer Höhepunkt geplant, aber Spoilern gibt’s nicht :-)

O.k., an dieser Stelle ist es Zeit, meine neue Kamera vorzustellen, die mir – ohne dass ich mich vorher ordentlich mit ihr befassen konnte, auf Anhieb viel Freude bereitet hat: die Nikon D850. Eigentlich sollte ich sie erst im Juni bekommen – vielleicht…; sie ist ja immer noch nicht ausreichend lieferbar. Dann kam kurzfristig der Anruf von Calumet München, ob ich sie noch haben wolle. Ich wollte, besorgte rasch noch ein AF-S 24-120mm 1:4G ED VR und ein AF-S 20 mm 1:1,8 G ED und packte die Sachen in die Tasche.

Warum habe ich nicht die neue Sony A7r III gekauft, wenn es um etwas Hochauflösendes geht? Das wollte mein Sohn wissen, denn ich hätte doch zuletzt so viel Wert auf wenig Gewicht gelegt und würde die Sony-Reihe auch mögen. Stimmt alles! Da sich beide Kameras so ziemlich auf Augenhöhe begegnen, war ich bis zum Schluss auch unschlüssig. Beide liefern herausragende Bilder, keine ist ohne Einschränkungen. Sehr gute praktische Vergleiche findet man in den Videos des Youtubers und Praktikers Stefan Wiesner, deshalb spare ich es mir, darauf einzugehen. „Ich habe jetzt gewürfelt“, sagte ich zum Händler, wobei das nicht ganz stimmt. Ich glaube, zum Schluss war es die Robustheit und Ergonomie der Nikon-Systeme, die ich seit langem praktisch erfahren habe. Aber hey, Sony bleibt im Schrank und wird voraussichtlich auch weiter ausgebaut, es sei denn, die angekündigte Systemkamera von Nikon wird der absolute Kracher. Ich bin ein totaler Fan vom Zeiss Loxia 21 f/2.8 an der Sony A7 und muss jetzt erstmal gucken, inwieweit ich bei Nikon ähnlich zufrieden bin. Im APS-C-Bereich von Nikon war es eher duster diesbezüglich.

In Edinburgh hatte ich lediglich das Zoom-Objektiv im Einsatz, weil es sich als erstaunlich hervorragend erwies und weil ich mir für speziellere Aufnahmen ohnehin das Stativ fehlte (nur Handgepäck!). Mein Sohn hatte es empfohlen und wenn es was taugte, wäre es mir natürlich sehr recht, denn die Kamera bleibt damit sehr kompakt und er-„träglich“.

Nikon D850 mit Sniper-Gurt. Frau freut sich: die Kamera passt in der City gut in die leichte Urban-Tasche von Dörr.

Fazit vom ersten Kurzeinsatz: Das 24-120 mm-Zoom ist ein toller Allrounder für einen City-Besuch und kann auch schöne Hintergründe :-)
Mit 1.765 g waren Kamera und Objektiv in der Stadt, wo man sich ja auch mal ins Cafe setzt, den ganzen Tag gut tragbar.

Der Fehlfokus geht vermutlich auf mein Konto – ich zeige das Bild trotzdem wegen der lustigen Kugeln im Hintergrund.

Na ihr könnt euch vorstellen, dass dieser Tag klasse war. Nach einer extrem anstrengenden Arbeitswoche (DSGVO lässt grüßen) und am Mittwochabend ernsthaft darüber nachdenkend, den gesamten Flug abzusagen, fühlte ich mich bereits nach wenigen Stunden wie neu aufgeladen. Aber das Beste kam am Abend – darüber und über die weiteren Tage erzähle ich in einem nächsten Beitrag.