Nach der Urologischen Praxis in Ebersberg (2012), der Palliativstation (2010) sowie der Station 2.1 (2016) in der Kreisklinik Ebersberg durfte ich 2017 nun auch die Station 1.1 mit großformatigen Bildern ausstatten. Das Thema lautete hier: Von Bayern in den Süden.

Dementsprechend haben wir als neues „Wahrzeichen“ Schloss Neuschwanstein in den Eingangsbereich gehängt. Auch wenn ich dieses Bild noch immer nicht mit neutralen Gefühlen ansehen kann, weil ich – mit dem Wunsch, die gerundete Terrasse noch besser in den Bildmittelpunkt zu bekommen – eine Woche nach dieser Aufnahme an ähnlicher Stelle folgenreich abgestürzt war. Keinesfalls nachmachen!!!

Knapp die Hälfte der Bilder zeigen Motive aus Bayern, die übrigen ziehen den Weg über die Alpen nach Italien mit den Dolomiten, der Toskana und den Abruzzen bis hin nach Kroatien.

Solche Projekte sind jedes Mal aufregend.

Zunächst mache ich mir selbst Gedanken über Thema und Zusammenstellung, gehe danach mit dem Vorschlag zur Diskussion in das jeweilige Team, wo ich im Gespräch noch einmal spezielle Impulse zu den Bedürfnissen exakt dieses Platzes einfange und die Bildauswahl final anpasse.

Anschließend kommt das Technische: Angebote der Druckereien vergleichen, Bilder für den Druck vorbereiten und zur Herstellung geben.

Bei Drucken auf FineArt-Papier habe ich schon lange den Hersteller meiner Wahl gefunden, da gehen seit 2008 die Aufträge an Digitaloriginal. In nun schon beinahe 10 Jahren hatte ich bei dieser Firma noch nie Qualitätslücken feststellen müssen und die Preise sind sehr in Ordnung.

Bilder auf FineArt auszudrucken und in hochwertigen Rahmen aufzuhängen, ist eine elegante Art mit praktischem Nutzen, weil man die Bilder wieder auswechseln kann, wenn man, was im privaten Bereich schnell mal der Fall ist, mit einem neuen Lieblingsfoto nach Hause kommt.

Im Auftragsbereich relativiert sich dieser Vorteil. Auch der Gedanke an die Preisgünstigkeit, weil zum Beispiel ein Druck bei 60 x 40 cm und auf Bilderdruckpapier  bei Digitalorginal rund 10 Euro kostet und im Glasrahmen von 80 x 60 cm durchaus eine ansprechende Wirkung entfaltet, entpuppt sich schnell als zu kurz gedacht, denn ich benötige ja noch ein hochwertiges Passepartout und möglichst einen Qualitätsrahmen. Zur Reflexionsreduzierung und für die Nachhaltigkeit vielleicht sogar teures Museumsglas.

Wieder gilt: Wenn ich beabsichtige, den Rahmen künftig tatsächlich als Wechsel-Rahmen zu nutzen, kann es das alles wert sein. Auch der Zusatzaufwand, das Innenleben entweder gut gegen Staub zu schützen bzw. jährlich die Glasscheiben zu waschen – denn nach meiner Erfahrung ziehen die Scheiben nicht nur außen, sondern auch innen gut Staub an, was den Glanz schnell mindert.

Meine persönliche Vorliebe geht in den letzten Jahren zu Acrylglas-Produktionen, weil mich die Tiefenwirkung begeistert. Auf diesem Gebiet habe ich bei Saal Digital sehr gute Erfahrungen gemacht. Der Hersteller bietet auch ein eigenes ICC-Profil an, welches zusätzlich zur Sicherheit beitragen kann.

Im Klinikbereich durfte ich mit Acrylglas nicht arbeiten, weil das Material nicht den hier geltenden Anforderungen der Baustoffklasse B1 entspricht. Also blieben schwer entflammbare Leinwand, ebensolche Wechselrahmen oder Alu Dibond.

Auf der Palliativstation, die ein eher wohnliches Ambiente vermitteln soll und mehr Ruhe gegeben ist, haben wir seinerzeit mit Wechselrahmen gearbeitet.

Als ich 2016 die erste normale Station ausstattete, empfahl ich Alu-Dibond. Die Lichtverhältnisse sind ja funktional für den medizinisch-pflegerischen Betrieb und nicht eigens für die Bilder ausgerichtet, so dass eine gewisse Bild-Größe und ausreichende Unempfindlichkeit gegenüber Reflexionen von Vorteil sind.

Auch sind die Bewegungsabläufe hier schneller – kleinere, detailreiche Arbeiten werden ungenügend wahrgenommen und können somit nicht optimal wirken. Mit 90 x 60 cm haben wir meines Erachtens ein preisverträgliches Format finden können, das es von mehreren Herstellern als Standard-Format angeboten wird. Meinen Arbeiten entspricht das 3:2-Seitenverhältnis bisher ohnehin am besten.

Als ich im vergangenen Jahr die ersten Alu-Dibond-Arbeiten auspackte, war ich freudig überrascht, weil die Bilder nicht die von mir befürchtete steril-kalte Ausstrahlung besaßen, sondern den von mir beabsichtigten Look gut transportierten. Etwas sachlicher vielleicht und nicht so weich und derselben Tiefenwirkung wie Acrylglas, aber durchaus zufriedenstellend. Ein toller Tag, als wir damals die 13 Bilder montierten!!!

Bei der Montage der nächsten 13 in diesem Jahr überwog leider folgendes Gefühl: „Lieber Gott, ich danke dir, dass wir es doch noch ordentlich hingekriegt haben“.
Leider hatte der schon 2016 beauftragte Hersteller dieses Mal keine ausreichende Qualität geliefert. Ich nenne hier bewusst nicht den Namen, weil die Reklamation umgehend akzeptiert worden ist, weshalb ich der Firma auch nicht schaden möchte. Zurück bleiben dennoch der Schock beim Auspacken und mehrere zusätzliche Stunden Arbeitszeit für Schadensdokumentation, Wiedereinpacken/Zwischenlagern, Schriftverkehr, erneutes Auspacken der neu gelieferten Bilder.

Art der Schäden: Eckenschäden im Folienmaterial und kleine Bläschen. Wir haben vor Ort zu mehreren diskutiert und haben nur eine Erklärung: Die Bilder sind vermutlich nach dem Druck ohne genügendes Austrocknen zu schnell versandfertig gemacht worden.

Kleine Bläschen auf der Schutzfolie – Bereich zur besseren Erkennbarkeit farblich eingefärbt

Beim Hersteller entstand durch die Neuproduktion ein immenser finanzieller Mehraufwand, aber die vorgenannten Zusatzaufwände sind allein an mir hängengeblieben, weshalb ich aus dieser Erfahrung Schlussfolgerungen ziehe:

  • Grundsätzlich ist meine Empfehlung: Wenn ihr einen Hersteller sucht, gebt zunächst ein kleines und somit nicht so kostenträchtiges Produkt in Einzelauftrag – so bekommt ihr einen guten optischen Gesamteindruck und eine Materialanmutung.
  • Das Bestreben, für den Auftraggeber den günstigsten Preis sichern zu können, sollte nicht zu eigenen Lasten gehen. Schlussendlich wird jeder Auftraggeber nur gute Qualität abnehmen – das Risiko dazwischen bleibt immer bei euch. Ich werde deshalb meine Bilder nur noch an ausgewiesene Qualitätshersteller schicken, selbst unter der Maßgabe, dass ein Auftrag aus Kostengründen dann nicht zustande kommt.
  • Künftig werde ich die Aufträge außerdem splitten und nicht alle Bilder auf einmal in Druck geben.
  • Jeden Auftrag werde ich telefonisch begleiten, um ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass nicht die Lieferung innerhalb von zwei Tagen wichtig ist, sondern die beste Qualität. Möglicherweise lastet der Wettbewerb inzwischen derart stark auf den Druckfirmen, dass die Liefergeschwindigkeit ein häufig genanntes Bewertungskriterium auf den Portalen geworden ist. Das kann halt schnell mal ins Auge bzw. an die Qualität gehen.

Vielleicht konnte ich mit diesen Hinweisen jemandem, der noch keinen fertig ausgearbeiteten Entscheidungs-/ Lieferworkflow hat, ein bisschen Unterstützung geben.

Die ausgewählten Fotos stammen übrigens weitestgehend aus der APS-C-Kamera Nikon D300s, zum Teil aus der Vollformatkamera Sony A7.
Dort, wo ich das herausragende Zeiss Loxia 21 an der Sony A7 mit ihren 24 Megapixeln verwendet habe, ist bei dem 90x60cm-Format für den aufmerksamen Betrachter der Auflösungsunterschied deutlich erkennbar – ansonsten geben auch die 12 Megapixel der D300s genügend Auflösung und Schärfe für die Größe her – insbesondere, wenn man sauber mit Stativ gearbeitet hat.
Man benötigt also nicht zwingend die aktuellste Fototechnik – wobei sie freilich schon Spaß macht :-)

Bei Fragen/Anmerkungen schickt mir gerne eine Mail-Nachricht – ich bemühe mich meistens um eine zeitnahe Antwort.