Willkommen im sich nähernden Frühling 2014 und willkommen im Team! Eine kleine, feine Sony-Kamera hat sich einen Platz in unserem Nikon-Team erobert. Und sie durfte gleich die anderen Neuankömmlinge des Jahres 2014 aufnehmen, nämlich die Märzenbecher, die in diesem Jahr, in dem der Winter in Oberbayern ausfiel, bereits Anfang Februar den Zaubergarten bedecken.

Seit meinen recht schwerwiegenden Unfallverletzungen von vor zwei Jahren war mir mehr und mehr klar geworden, dass ich die schwere Nikonausrüstung wohl nicht mehr auf weite, fußläufige (Mehr-)Tagestouren mitnehmen kann.

Schließlich addiert sich zum Fotoequipmentgewicht ja meist noch das der normalen Tourausrüstung wie Zelt, Verpflegung, Kleidung. Also sollte eine Systemkamera her. Aber eine, die ich dann auch benutze und sie nicht im Schrank liegen lasse, weil die Nikon schlussendlich doch die besseren Bilder macht.

Nun hat Sony einen kleinen Qualitäts-Kanonenschuss abgefeuert und mit den beiden Sony-Schwestern A7 / A7R die ersten Vollformatkameras im Systemkamera-Segment auf den Markt gebracht. Ich entschied mich für die A7 mit dem etwas kleineren Sensor (24 Megapixel) und nach den ersten vierzehn Tagen Beschnuppern stehe ich zu dieser Entscheidung. Wenn ich die 36 Megapixel (A7R) brauche, wird es die Nikon D800 werden. Ich glaube nicht, dass ich gänzlich vom Nikon- in das Sony-Lager schwenke, auch wenn es da viel Witziges gibt.

Aber für Streifzüge durch Wald und Flur sowie rauf auf die Berge ist die Sony A7, die voll funktionsfähig – also mit dem Kit-Zoom, Akku und Speicherkarte gerade mal 796 g wiegt – eine äußerst angenehme und unaufdringliche Begleiterin.

Sie kam eines Morgens um kurz nach 6.00 Uhr bei mir an und ich nahm sie gleich mit auf den Weg zur Arbeit. Weil ich von ihrer Bedienung noch keine Ahnung hatte und mich unterwegs mit den winzigen Knöpfchen auch nicht plagen wollte, ließ ich erst einmal alles auf Automatik stehen und die Kamera also machen.
„Wow“ – was für feine Farben, war meine erste Reaktion. Und dafür, dass ich noch keine Ahnung hatte, wie das Ding richtig fokussierte, war ich auch mit der Schärfe zufrieden.

Inzwischen weiß ich freilich, dass der Fokus der Sony A7 eine Zicke ist. Umständlich zu bedienen und mal klappt es, das nächste Mal wieder nicht. Daran wird man sich gewöhnen und viel üben müssen – ich denke, das wird mit der Zeit schon gehen.

Belohnt wird die Ausdauer mit solchen Nettigkeiten wie der WLAN-gestützten Bildübertragung, die gut funktioniert, oder etwa dem Schwenkdisplay. Das ist schon toll, wenn ich die Kamera auf die Erde vor die Märzenbecher legen kann, ohne mich davor auf den Bauch und in den Dreck legen zu müssen.

Das Display ist bei meiner Sony freilich schon arg mit Fingerabdrücken „geschmückt“: Immer wieder will ich darauf herumtippen und finde es überhaupt nicht naheliegend, dass ein derart mit Elektronik gerüstetes Produkt keine Touch-Funktion hat. Also Hallo!, mein Pocketbook hat es, das Smartphone hat es – wo ist also das Problem für Sony? Da drückst du die Fn-Funktionstaste, siehst auf dem Display z. B. rot das Feld „ISO“ leuchten und … patsch… ist der Finger drauf. Nur dass dann nix passiert, denn die schöne Funktionsübersicht ist nur zum Angucken da – auswählen musst du mit dem Auswahlrad – das ist doch wirklich enttäuschend!

Nichtsdestotrotz habe ich bereits Freundschaft geschlossen und bin gespannt, was die Sony und ich so alles erleben werden. Gemeinsame Konzerte werden eher nicht dazu gehören – das Auslösegeräusch ist so laut, dass man einen Platzverweis seitens der Nachbarn riskieren dürfte.

Das Märzenbecher-Foto wurde übrigens mit ISO 6.400 aufgenommen – es war schon ziemlich spät und düster, als ich an dem Tag in den Wald kam. Aber immerhin: ISO 6.400 – dazu darf ich beim meiner Nikon D300s nicht einmal schüchtern anfragen!