Leider bin ich ja ein schrecklicher Angsthase, wenn es um Gewitter geht. Aber gleich, wenn es vorbei ist, renne ich aus dem Haus, weil alles so köstlich frisch duftet.

Gestern duftete es nicht nur, sondern die B304 dampfte an der kleinen Kreuzung zum Spannleitenberg, als wären isländische Geysire darunter erwacht.

Also rannte ich noch einmal zurück und holte flugs die Kamera.

 

Nach dem Gewitter

Bei der Gelegenheit sei übrigens demjenigen herzlich gedankt, der in diesem Jahr die hübsche Blumenwiese ausgesät hat – ich freue mich jeden Tag, wenn ich rüber in den Forst gehe.

Nun ja, nachdem ich die Kamera einmal dabei hatte, machte ich ein paar neue Sommerfotos von „unserem Berg“, wo in diesem Jahr Getreide statt Mais angebaut wurde, was mich ein wenig an die alte Heimat erinnert.

Sommer am Spannleitenberg

Wie man sieht, sind wir wieder gut „eingewachsen“, obwohl der Orkan Niklas auch im kleinen Vogelschutzwäldchen (rechts im Bild) zugeschlagen hatte. Aber es ist noch genug da und jetzt an den heißen Tagen weiß ich die ausgleichende Wirkung des Wäldchens wieder sehr zu schätzen.

Im Forst hat es ebenfalls ziemliche Schäden gegeben; in den letzten Wochen haben fleißige Hände mit starken Maschinen dort viel aufgeräumt und zum Abtransport zwischengelagert. Es duftet überall nach frischem Holz.

 

Ebersberger Forst 5

Um das Holz aus den höher gelegenen Waldteilen zu holen, kamen auch ein altes Wege-Hilfsmittel zu neuen Ehren: der alte Stöckerweg.

Stockweg

Beim Gehen und Schauen hatte ich die Uhrzeit ganz vergessen: die Tagesschau war schon lang vorbei. Daran wurde ich urplötzlich erinnert, als eine Wildsau mit etlichen Frischlingen meinen Weg kreuzte, nachdem ich sie beim abendlichen Futtern unterbrochen hatte. Also erst mal stehen bleiben, damit sie in Ruhe ihrer Wege ziehen können! Einer aber rannte nicht weg, sondern passte genau auf, was ich wohl beabsichtigte.

Suchbild:

Suchbild

Gefunden?

Gefunden

Schließlich zeigte sich aber, dass unsere Wildschweine wissen, dass wir sie nicht ärgern wollen und die Begegnung verlief ohne Zwischenfall. Dennoch atmete ich erleichtert auf. Man weiß ja nie und sogar der große Kieling hat Respekt vor den Viechern.

Auf meinem weiteren Weg experimentierte ich wieder ein bisschen mit der Kreativfunktion „Sonnenuntergang“ der Sony A7, die in den Abendstunden oft schöne Ergebnisse zeigt. Wie man sieht, bekommt ein Wald, in den bereits die Dämmerung einzieht, sogleich einen neuen Zauber.

Waldschönheit

Im Forst 1

Ebersberger Forst 4

Im Forst 2

Ebersberger Forst 8

Ebersberger Forst 6

Dann wurde es allerdings wirklich ziemlich dunkel und als ich wieder hier ankam (nein, das Schild habe nicht ICH so schief gefahren, obwohl ich an dieser Stelle auch nicht immer brav gewesen bin), musste ich die ISO schon auf 1.600 erhöhen, um mit Blende 4 noch 1/160 s zusammenbringen zu können. Aber Teufelchen, wer will sich darüber beschweren! Mit meinen bisherigen Kameras wäre hier ohne Stativ gar nichts mehr möglich gewesen und für Reportagebilder im Netz reicht es allemal.

Ebersberger Forst 9

Zehn Schritte weiter wurde es dichtester Wald, also schraubte ich nochmal an der ISO bis 5.000, was allerdings nur noch für 1/30 bis 1/60 s reichte.

Ebersberger Forst 10

Ebersberger Forst 11

Da gibt es dann freilich doch ziemlich sichtbare Einbußen, aber das ist einem ja klar und dennoch staunt man.

Ich bin nun gespannt, wie sich die Kleine in Schottland schlägt. Im Mai auf Rügen hat sie die Nikon fast völlig in den Hintergrund gedrängt, weil ich mit ihr einfach krass flexibel und leicht unterwegs bin, und weil sie super JPGs direkt aus der Kamera liefert. Da ich grundsätzlich immer doppelte Aufnahmen (also RAW + JPG) mache, bleibt das gesamte Potential für Eigenentwicklung ja erhalten, doch für Standards ist das gar nicht notwendig.

Ob die Sony freilich auch bei Sturm und Feuchtigkeit stabil bleibt, müssen wir abwarten.

Ich nehme übrigens ein neues Spielzeug mit, mal sehen, auf welche Ideen es mich bringt:

Glaskugel