Liebe griechische Freunde: Das löst eure Probleme nicht:

http://www.zeit.de/politik/2015-03/reparationszahlungen-griechenland-deutschland-zweiter-weltkrieg

Muss ich im Herbst bei meiner Ankunft in Athen befürchten, man würde meine Geldbörse und Wertsachen konfiszieren?
Nein, wohl eher nicht, denn zumindest bislang ist nur von deutschem STAATS-Eigentum die Rede. Aber sprunghaft, wie man die neue griechische Regierung in diesen Tagen erlebt, weiß man ja nie. Wie auch immer… einen Preis für intelligente Lösungsstrategie wird die Tsipras-Führung nicht einheimsen für ihre halbherzigen Maßnahmen und die wiederholten Drohungen Richtung Deutschland inklusive Instrumentalisierung von Flüchtlingsschicksalen.

Und ich wage jetzt – ohne die übliche 100-Tage-Frist abzuwarten – die Prognose, dass sie kein wirksames Konzept zur Lösung des finanziellen Notstandes zustande bringt. Hatte der verbale Schlagaustausch zunächst einen gewissen Unterhaltungswert und ließ noch irgendwie die Hoffnung zu, die Neuen hätten insgeheim einen klugen Plan, ist mir das alles inzwischen nur noch traurig und schade um die Ressourcen, welche so viele Menschen dafür aufwenden müssen.

Man mag ja zu den Reparationsforderungen stehen, wie man will: Solange die Regierung sich nicht für ein Reformprogramm entscheidet, welches diesen Namen auch wert ist, werden alle Gelder über kurz oder lang wieder im Nirvana enden.

Aber ein „Programm“, welches mit Hilfe von Hausfrauen, Studenten und Touristen Steuerehrlichkeit fördern möchte, hat allenfalls kabarettistisches Potential. Sorry, Herr Varoufakis, Sie sind zwar ein smarter Mann, aber für solche Pläne stehe ich als GR-Touristin nicht zur Verfügung. Das Ganze wird nicht das gesellschaftliche (Steuer-)bewusstsein verbessern, sondern eine Atmosphäre schaffen, die mir noch allzu übel aus einem anderen Land in Erinnerung ist.

Schade… so gerne hätte ich gesehen, dass eine Linksregierung endlich mal innovative, praktikable Antworten auf so manche unserer gesellschaftlichen Fragen gibt… aber aus dem Mutterland der Demokratie werden wir diese mit großer Wahrscheinlichkeit nun nicht erhalten.

Eher frage ich mich, ob die Fährlinien zu den Inseln in einem halben Jahr überhaupt noch Geld für den Treibstoff der Schiffe haben werden.

Abschied von Naxos