Es sieht so aus, als wäre bei Facebook meinem Beitrag anlässlich der Papstwahl kein langes Dasein beschieden gewesen.

Denn von der abwartend-hoffnungsvollen Intention her hat Jürgen Domian, Journalist und WDR-Moderator, auch nur Ähnliches gepostet wie ich.

Aber für Facebook war dies Grund genug, am Montag Beitrag wie Kommentare auf Domians persönlicher FB-Seite zu löschen. Erst auf seinen Protest hin, den innerhalb kürzester Zeit mehr als 2 Mio Menschen lasen, entschuldigte sich Facebook.

Daqui hat (noch) keinen Facebook-Account; ich denke seit längerem mal so und mal so darüber und bleibe bis jetzt schwankend. Heute dagegen bin ich sehr entschieden bzw. entschieden dagegen: Sowas geht überhaupt nicht! Egal, ob der Betroffene nun Domian heißt oder anders! Auch die nachträgliche Entschuldigung kann die Frage, wohin Facebook sich entwickelt, nicht hinreichend beantworten. Denn Domian ist ein bekannter Mann und weiß sich durchzusetzen. Was aber ist mit der Meinungsfreiheit derjenigen, die nicht über solche Breitenwirkung verfügen?

Muss man jeden Morgen seine Facebook-Plattform prüfen, ob die Posts noch da sind, ja … ob womöglich die ganze Seite verschwunden ist? Mich bestärkt diese Unsicherheit zunächst mal darin, meinen privaten Blog immer als „Hauptsitz“ zu pflegen. Mein Hoster könnte zwar theoretisch eines Tages den Betrieb einstellen, aber dann gibt es wenigstens noch meine lokalen Sicherungen.

Fragt sich nur, was man darüber hinaus Facebook dann noch anvertrauen kann. Schließlich gehört viel Engagement, viel Zeit dazu, so ein Netzwerk zu pflegen. Ich würde nicht wollen, dass all dies nach Gutdünken – wessen eigentlich?- verfügbar ist.