Bäume mit Herbstlaub am Ebersberger Klostersee. Nebel liegt über dem See

Sonntagvormittag… es ist bereits nach 10 Uhr, doch der Nebel will immer noch nicht weichen und es ist dunkel. Zeit die Fototasche zu packen und Reißaus zu nehmen.

Einerseits mag ich ja das Mystische des Nebels, aber der Mensch braucht halt auch Licht.

Ich erinnere mich gut an meine Cornwall-Reise vor vielen, vielen Jahren, als ich nach drei Tagen ununterbrochenen Nebels zu Hause anrief und wehklagte, dass ich einen vorzeitigen Rückflug bräuchte, weil ich es schier nicht mehr aushielt. Wobei freilich englischer Nebel in der Nähe vom Dartmoor auch RICHTIGER Nebel ist. Fürs Autofahren empfiehlt sich dann Schritttempo, wobei unklar ist, warum man als Tourist überhaupt Auto fährt, ist doch kaum der Baum am Straßenrand zu erkennen. Der königliche Petrus hatte damals ein Einsehen: Kaum hatte ich die Telefonzelle verlassen, riss der Nebel auf und Cornwall erstrahlte in glitzernden, satten Junifarben. Eine wahre Märchenwelt tat sich auf. Kein Wunder, wenn Rosamunde Pilcher ins Romantisieren geriet.

Warum ich mich heute daran erinnere? Am Sonntag geschah es ein bisschen ähnlich: Ich fuhr ab im tiefsten Nebel und hoffte auf Sonnenschein in Kloster Seeon oder am Chiemsee. Auf der B304 Ebersberg links liegenlassend, war ich schon an der Ampelkreuzung vor Langwied, als ich spontan den Blinker setzte und in Kirchseeons Nachbarstadt hineinfuhr. Es war ein Impuls – ohne wirklich zu glauben, das Grau am Klostersee könne anders aussehen als das Grau in Kirchseeon.

Wie erwartet, sah man eine Menge NICHTS. Oder war da doch was?

Spinnweben und Nebeldunst

Spinnweben und Nebeldunst

Also noch mal hingeschaut und siehe da… immer gibt es kleine Entdeckungen.
Außerdem ist es ja auch ganz schön geheimnisvoll, wenngleich nicht ganz so sehr wie am Dartmoor…

Immerhin bin ich nicht versehentlich auf die Enten getreten.

Die neuartige Sehhilfe: Mit der Sony-Linse belichtet, ist die Entenfamilie sehr viel klarer zu erkennen :-)

Die neuartige Sehhilfe: Mit der Sony-Linse belichtet, ist die Entenfamilie sehr viel klarer zu erkennen :-)

Der Nebel bringt, besonders wenn oben die Sonne schon die Tropfen trocknet, seine eigenen Stimmungen hervor, die herbstlichen Farben kommen warm leuchtend zur Geltung – fast schöner, als von der Sonne beschienen.

"Ganz, ganz weit hinten" möchte man meinen, wenn man die Brücke sieht. Doch es ist nur der Nebel, der es so erscheinen lässt.

„Ganz, ganz weit hinten“ möchte man meinen, wenn man die Brücke sieht. Doch es ist nur der Nebel, der es so erscheinen lässt.

Als Belohnung für den spontanen Richtungswechsel kam eine halbe Stunde später nach und nach die Sonne durch und ich konnte einige Motive im wunderbaren Zwielicht aufnehmen. Ich war sehr glücklich, nicht weitergefahren zu sein. Diese schöne Stimmung hätte ich verpasst, denn wie das meiste Zauberhafte ist sie gespinnstig und von kurzer Dauer.

Ein Bett aus rotbraunen Blättern

Ein Bett aus rotbraunen Blättern

Frau Holles Apfelbaum: Wir sind soooo reif...

Frau Holles Apfelbaum: Wir sind soooo reif…

Schafherde am Waldmuseum

Schafherde am Waldmuseum

Oh Wanderer stehe still...

Oh Wanderer stehe still…