Während Deutschlands Verfassungsrichter heute mit ihrer Billigung des Euro-Rettungsschirm die nächste kurzzeitige EU-phorie bei Politikern wie Börse ausgelöst und haben und die Live-Style-Reporter nicht müde werden, den Bauch der Herzogin von Cambridge zu beobachten (möge sie doch tatsächlich endlich schwanger werden, damit man auch wieder Anderes von ihr zu Kenntnis nehme), ist das kykladische Leben gewohnt unaufgeregt und auf den täglichen Rhythmus ausgerichtet.

Interessanter als das ständige Hin und Her in Brüssel & Co, das inzwischen alle nur noch nervt, sind die Windstärken, die die Ankunftszeit der Blue Star oder die Möglichkeit von Boots-Ausflugsfahrten beeinflussen.

Die Fährlinie Blue Star hat ein neues Schiff aufgenommen: die Blue Star Delos. Ich darf sie diesmal gleich zwei Mal testen: bei der Hinfahrt nach Naxos und auch zurück nach Santorin. Wie die Geschwister, die Blue Star Naxos und die Blue Star Paros, schippert sie souverän und strahlend blau-weiß mit goldener Krone durch die Ägäis. Immer wieder wie hier vor den Felsen Santorins ein schönes Fotomotiv.

 

Ein Trauma für die Ohren freilich ist das neue Signal, wenn sich die Schotten öffnen. Eilte man früher zeitig ins Parkdeck, um ganz vorne zu stehen, wenn das zarte „Pour Adeline“ ertönte, war es doch ein kleiner Teil der Kykladen-Romantik, kann ich jetzt nur jedem raten, bis zum letzten Moment oben auf Deck oder in einer schallgeschützten Kabine zu bleiben, denn das sirenenartige Kreischen ist wirklich nur mit Ohrenschützern zu ertragen. Ich jedenfalls werde auf der Delos NIE wieder vorne stehen, soviel ist sicher.

Mehr Reiseeindrücke dann demnächst. Nur schon mal so viel: Als ich da unten im Santoriner Fährhafen stand, hatte ich die aufregendste Flugreise meines Lebens hinter mir und dachte so bei mir, was wohl nun noch kommen würde …