Sah es in Corvara vor wenigen Tagen schon fast frühlingshaft aus…

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… und konnten wir sehr komfortabel sämtliche Passstraßen fahren, wie hier den Falzarego…

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… so brachte die Nacht zum 2. Weihnachtstag den großen Schnee.

Bereits gestern Abend, als wir spät vom leckeren ladinischen Festessen kamen, mussten wir beobachten, wie die Autos reihenweise am Beginn des Campolongo-Passes hängenblieben.

Heute morgen bot sich dann dieses Bild:

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Leider blieb uns nicht die Option, das Auto einfach stehen zu lassen und eine herrliche Winterwanderung zu unternehmen, denn wir mussten heim.

Also hieß es, unterstützt von der sehr rührigen Vermieterfamilie, einen Weg zum Wagen zu buddeln.
Stefan schaute nicht schlecht, als er nach der ersten Schneebefreiungsaktion gerade mal meine Skier auf dem Dach verstaut hatte und fünf Minuten später bereits wieder eine dicke Schneehaube drauf lag.
Beeindrucken ließ er sich nicht davon – Stück für Stück lud und vertäute er nahezu eine Stunde unser umfangreiches Equipment.
Fast genauso lang brauchte auch die Crew des Busses, um Schneeketten aufzuziehen und wieder in Gang zu kommen. Ehe der Bus nicht fertig war, hätten wir eh‘ nicht vom Fleck können – der Winter in den Bergen hat seine eigenen Regeln.

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Der massive Neuschnee und die damit verbundene Lawinengefahr führte innerhalb weniger Stunden zu folgender Straßenlage:

Quelle: Verkehrsmeldezentrale Südtirol

Quelle: Verkehrsmeldezentrale Südtirol

Keine Passstraße mehr geöffnet. Die Straße zwischen Innichen und Sexten gesperrt; Hunderte von Urlaubern konnten weder hin noch zurück, viele müssen diese Nacht in Notunterkünften verbringen.
Cortina nur über einen sehr weiten Umweg von Süden erreichbar.

Wir brauchten viel Geduld, hatten aber Glück: Die Straße 244 nach Bruneck war wahnsinnig voll, aber befahrbar. Stefan hätte gern den Frischschnee-Zauber am Grödner-Joch fotografiert, aber bei einem Meter Neuschnee dort oben gab es keine Chance, dort hinzukommen.

Wichtig ist, dass wir gut wieder daheim gelandet sind – ich hoffe, dass dies für alle Reisenden so zutraf, dass zumindest nichts Schlimmes passiert ist.
Wir freuen uns mit denjenigen, die in den nächsten Tagen den frischen Schnee bewundern und genießen können.