Album "The Intimate Ella"

Bevor ich mit meiner Naxos-Beschreibung weitermache, rufe ich hier schnell mal eine neue Rubrik ins Leben: Daquis Musik.

Ihr dachtet, ich begnüge mich mit Fotografieren und Schreiben? Mitnichten! Musik ist in meinem Leben immer da, wenngleich ich auf diesem Gebiet ausnahmsweise völlig passiv bin und nur genieße. Ich bin auch bekennender CD-Fan, was damit zusammenhängt, dass ich viel mit dem Auto reise, so dass dieses gewissermaßen mein Konzertsaal ist. Und das Abspielen von MP3-Dateien überzeugt mich dort einfach nicht. Deshalb fährt neben den Kisten für die Fotoausrüstung regelmäßig auch eine Kiste CDs mit. Bei Flugreisen ist das leider nicht möglich, denn mein Gepäckgewicht liegt eh‘ immer an der kostenfreien Höchstgrenze. Da heißt es dann wie jetzt: Die neuen Alben rippen und das MP3-Archiv durchsehen, ob alles, was ich unterwegs hören möchte, dabei ist.

Was passt diesmal zur Reise? Natürlich gehört Grönemeyers „Mensch“ dazu – das ist gewissermaßen als ein Stück Heimat mein ständiger Begleiter. Im Auto – wenn kein Zuhörer zu befürchten ist – singe ich die Titel auch laut mit und bin immer wieder fassungslos, wie ein Sänger, der nicht singen kann, so gut singt :-))))), während meine Interpretation höchstens für DSDS genügt.

Aber nun zu meinem heutigen Tipp und damit zum nächsten Album, das mitkommt: „The Intimate Ella“ mit der Jazzsängerin Ella Fitzgerald und Paul Smith am Piano. Das Album erschien bereits 1989, ich entdeckte es erst in diesem Frühjahr. Die bekannten Titel wie „Black Coffee“ oder „Angel Eyes“ stammen sogar aus dem Jahr 1960, sie wurden für den Film „Let No Man Write My Epitaph“ produziert, in dem die Fitzgerald mitspielte und sang. Hier auf der CD nun eine – wie der Titel es sagt – sehr intime Fassung. Ein sich sensibel im Hintergrund haltender Paul Smith und die große Ella, die sich wunderbar nah anhört und fast verstörend schön singt.

Ich bin kein Musikwissenschaftler, deshalb höre ich mit der Beschreibung auch schon auf. Jedenfalls kann das Album vielen, denen die Jazzsängerin wie mir vielleicht eher etwas ferne stand, bestimmt eine Offenbarung sein. Es ist so ähnlich, wie ich es schon mal mit „Quadro Nuevo“ erlebt habe: Das Quartett hat keine Schwierigkeit, große Plätze zu bespielen, aber abgeholt und nie wieder losgelassen haben die Musiker mich vor Jahren im kleinen Anzinger „Weinbeißer“, als Mulo Francel im 20 qm-Raum bewies, wie sphärisch Saxophon und Klarinette klingen können.

Ja, Ella Fitzgerald passt zum legendenumwobenen Santorin, wo ich drei Tage in Oia Station mache und wo in den kleinen Künstlergassen der Jazz zu Hause ist. Hört mal rein in das Album und habt viel Freude!