Ob die Sonne beim diesjährigen Blacksheep-Festival noch einmal so heiß brennt wie 2015, wissen wir nicht. Dass aber die Stimmung garantiert heiß wird, dafür haben die Veranstalter um Franz Koroknay gesorgt. Das Programm demonstriert ein weiteres Mal die enorme Beliebtheit, die Bonfeld bei den großen Stars wie bei den jungen Künstlern genießt. Wehmutig dachte ich in den letzten Monaten oft an das letzte Programm zurück und glaubte, ein so schönes Gesamterlebnis nicht so leicht noch einmal genießen zu können.

Und nun dies:

Donnerstag, 2. Juni:

Old Blind Dogs – Vermutlich gleich einer meiner Highlights: Ehrliche Musik, warme Stimme, feine Instrumentierungen.

Genevieve Chadwick– Beim ersten Blick auf ihr Foto/Homepage dachte ich: süßes Mädel. Strahlt ähnlich wie Toby Beard im letzten Jahr. Aber die Stimme ist krass und das Gegenteil von süß. Die Australier liefern wieder ab.

Fools Garden – Eigentlich nicht so ganz meins. Aber sie werden spät am Abend ordentlich einheizen mit schön adaptierten eigenen und fremden Evergreens. Allein für „Frozen“ lohnt sich mir das Dableiben. Passt. Man kann sich ja auch nicht schon am ersten Tag voll verausgaben :-)

Freitag, 3. Juni wird der Hammer – ich hoffe, ich finde überhaupt Zeit zum Essen und … na ihr wisst schon.

Sons of the Settlers – Bin gespannt, was sie live rüberbringen – wenn der Funke überspringt, könnte man bei ihrer Dynamik beim „Mitgehen“ ganz schön außer Puste kommen. Aus Bad Honnef ist ein begeisterter Pressebericht zu lesen.

Wendrsonn – Ob ich freilich von den Siedlersöhnen viel mitbekommen werde? Denn auch als Nicht-Schwabe und teilweise mit Übersetzungsbedarf freue ich mich auf Wendrsonn. Bin nicht sicher, ob ich da weg will. Ich glaube, ich besorge noch ihr T-Shirt „Dorf-Disco“ :-)

Manfred Mann’s Earthband – Spielen zum Glück nicht zeitgleich mit anderen. Darüber muss man nix weiter schreiben; wird Rockpoesie, der ich begeistert lauschen werde.

Geraldine MacGowan – Dass ich diese Sängerin live erleben darf, ist mir eine Riesen-Ehre. Allein für dieses Konzert würde ich nach Bonfeld reisen. Da gehe ich auch nicht eine Minute weg, weshalb ich den Auftritt von Her & Kings County ziemlich sicher auslassen muss, obwohl da sicher die Post abgeht.

Jethro Tull’s Ian Anderson – Oha, die Blacksheeps haben wieder zugeschlagen. Diese virtuosen, fantasievollen Rock-Geschichten sind voll meins.

Samstag, 4. Juni – Hoffentlich halte ich durch. Das geht frühzeitig hochkarätig los und endet nicht vorzeitig wie letztes Jahr, wo ich bei The Hooters schlafen ging.

Rusty Shackle – Die junge, talentierte Waliser Band werde ich mir natürlich ansehen und anhören – passt wunderbar zu meinen Wales-Plänen im Sommer. Die jungen Männer bringen innerhalb weniger Jahre 2016 das dritte Album heraus – offenbar verfügen sie über reichlich Dynamik und Kreativität.

Bananafishbones – Unser bayerischer Export nach Bonfeld :-) Die fantastischen Jungs werden nix anbrennen lassen und selbstredend erweise ich ihnen die Ehre.

Saori Jo – Wo Jethro Tull ist, kann Saori Jo nicht weit sein? Zwar sind die Männer schon am Vorabend dran, aber womöglich bleiben sie für ein gemeinsames „Fairy World“ ja noch da – das wäre ein Traum! Unabhängig davon wird die Französin viele Herzen höher schlagen lassen…

…und viele Besucher, auch mich, unglücklich machen, denn auf der Kornspeicherbühne hat Saori Jo zeitgleich starke Konkurrenz mit Keywest, und vor allem Andrew Kavanagh mit seiner warmen Stimme mag man (und vor allem frau) sich eigentlich auch nicht gerne entgehen lassen. Hier bin ich hin- und hergerissen und werde die Tagesstimmung entscheiden lassen bzw. zwischendrin wechseln.

Um 20.00 Uhr dagegen gibt es für mich nur einen Platz: Vor der Schlossparkbühne bei den irischen The Coronas. Musik zum Tanzen und Weg-Träumen. Und zum Glück haben hier die Veranstalter diesmal ein Einsehen mit uns und haben der Band diese Zeit exklusiv eingeräumt.

Erst um halb zehn geht es mit der amerikanischen Mädels-Country-Band Antigone Rising auf dem Kornspeicher und den luxemburgischen Dream Catchern auf der Innenhofbühne weiter. Ich werde wohl beide anhören, aber nachdem mich klassische Country-Music nicht so stark fesselt, sehe ich mich mehr bei den Luxemburgern: Geige, Gitarre, ein bisschen Mundharmonika – da könnte ich ein Fan von werden.

In der Zwischenzeit bauen die fleißigen Männer die Schlossparkbühne für das Abschlusskonzert um: Uriah Heep… yes… yes… yes!!!

Ihr Blacksheeps, wie habt Ihr das denn hingekriegt: Diese Riesenlegenden auf einem Festival. Ich fass‘ es nicht. Das ist für alle, aber insbesondere für Leute wie mich, welche die ersten 35 Jahre ihres Lebens keine Chance hatte, diese Bands live zu erleben und danach auch bloß einiges anderes um die Ohren hatte, wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten und alles zusammen. Und wird in Kombination mit den jungen Künstlern ein Wahnsinnserlebnis – Blacksheep eben!