Die 56 Migranten, die in der letzten Woche Naxos erreicht hatten, mussten die Insel bereits wieder verlassen. Der Bürgermeister begleitete sie zum Hafen, wo die Blue Star sie nach Piräus brachte. Zum „Hotspot“, dem neuen Zauberwort, von dem bisher wohl eigentlich nur klar ist, dass es dort heiß hergehen wird.

Wen wundert’s, dass die Menschen auf dem ersten Bild im verlinkten Artikel wehmütig Richtung Fähre schau’n…

Wehmut wird mich morgen ebenfalls erfüllen, wenn ich an gleicher Stelle stehe, um für dieses Jahr wieder von der Insel abzureisen. Bereits seit vorgestern löst jede Blue Star, die unten vorbeizieht, eine mittlere Depression aus! Von Jahr zu Jahr wird es schwieriger, sich von dem Frieden zu lösen, der einen hier umgibt. Angesichts der riesengroßen Probleme ringsumher, und nun auch in Deutschland, geniere ich mich fast zuzugeben, dass ich diesen Frieden genieße, aber wenn wir ehrlich sind, brauchen ihn doch die meisten von uns. „Alle“ kann man ja leider nicht sagen, denn dann wären der Probleme weniger!

Übrigens habe ich heute Maria nach Dimitris Befinden gefragt… dem alten Bauern, dessen Esel nach wie vor auf dem Feld unterhalb der Pension steht.

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Ein Bild aus früheren Zeiten, als Dimitris seinem Esel noch die Schäferstündchen verdarb.

Wer bringt dem Esel denn immer frisches Wasser, wo Dimitris wegen seiner Gehunfähigkeit doch oben im Dorf angebunden ist – ich sehe niemanden. „Seine Frau kommt jeden Vormittag für eine Stunde, um sich um die Tiere zu kümmern“, erklärt Maria. Und ergänzt, was man sich halt nur auf einer griechischen Insel vorstellen kann: „Sie kommt täglich mit dem Taxi, welches sie hinterher auch wieder ins Dorf fährt.“ Und ja… sie hätten oben auch Platz für die Tiere, aber so wäre das eben.

Vielleicht folge ich diesem Beispiel und komme regelmäßig geflogen, um mir Nachschub vom welt-köstlichsten Joghurt zu holen, den ich hier täglich verspeise. Ich sage euch: da steht der Löffel drin wie eine Eins. Zum Glück stehen keine Angaben drauf, wie viele Kalorien das Zeug enthält. Warum bekommen wir so etwas in Deutschland nicht hin, wo wir doch angeblich alles am besten können?

Naxos Yoghurt

Und weil wir einmal beim Lästern sind und Rache süßer als Samoswein, hier als „Auf Wiedersehen, bis bald“ noch eine nette Karikatur aus der New York Times über das Verhältnis von Deutschen und Griechen, geupdatet, nachdem ein deutscher Automobilbauer als Softwarespezialist für besondere Fälle enttarnt wurde:

„The automaker’s strategy backfires“ by Patrick Chappatte