Wer rauskriegt, wo dieses Foto aufgenommen wurde, kennt sich ganz schön gut aus in Old Europe.

Kirche auf Lopud

Ich wusste nämlich vor drei Wochen selbst noch nicht mal, dass es diesen Ort gibt. Wollte einfach nur ein paar Tage irgendwohin, wo es warm ist und ich die Füße ins Wasser stecken kann.

Und nun steht mein Netbook hier an einem selten schönen Platz. Arbeitsplatz mit genialer Aussicht, könnte man sagen, und wenn es so bliebe, hätte ich kein Problem damit, sieben Tage in der Woche zu arbeiten :-)
Nein, ich verrate noch nicht, wo ich bin, ein bisschen Knobelei darf ruhig sein.

Nur soviel: Die wundervolle Rose auf dem Tisch ist im Garten geschnitten, wo ein ganzes Rosenmeer blüht.

Und ich habe heute die Badesaison eröffnet. Luftemperatur 23°C, im Wasser etwa 3° weniger. Das sind Bedingungen, von denen wir an der Ostsee selbst in der Hauptsaison oft nur träumen. Trotzdem waren nur Wenige im Wasser, überwiegend Kinder. Die Erwachsenen frischten den Sonnenbrand auf. Damit ist es momentan allerdings erstmal zu Ende, denn eine dicke Wolkendecke ist aufgezogen und morgen wird es womöglich regnen. Vorhin ist die Sonne dahinten, im Meer, als dicker milchiger Käse ins Meer gerutscht.

Na Hauptsache, ich kann morgen frisches Brot kaufen; solches gibt es hier nämlich nur einmal am Tag und das ist um 11.00 Uhr, wenn das Schiff ankommt. Wenn wir uns also auf Helgoland beim Einkaufen schon eingeschränkt fühlten, weiß ich heute, wie luxuriös es dort zuging.

Ja, auch das Paradies hat seine Tücken – dafür gab es im Lädchen Rotwein, wenn auch nur eine Sorte. Ich werde nachher kosten, ob die Chefin was Gescheit’s bestellt hat.

Edit eine Stunde später:
Der Wein – ein 2011er Peljesac – ist gut, doch mir wird jeder Wein suspekt bleiben, der in eine Flasche mit Kronkorkenverschluss vergewaltigt wurde. Ohne das „Plopp“ beim Öffnen, was ist das dann für ein Genuss?! Und außerdem: wie verschließe ich die aufgemachte Flasche nun bis morgen? Oder trinke ich sie gleich aus… oder was nun?

Unten läuten die Glocken der Kirche die Stunden ein – hell und zart. Dem Gesang der Amseln haben sich neue, mir unbekannte Vogelstimmen zugesellt. Eines ist wohl eine Eule. Habe im Zimmer SECHS Fenster, du meine Güte, so was war immer mein Traum! Das ist wie 5.1 Surround Sound. Wobei das zu Hause wohl nicht so angenehm wäre wie hier, wo außer den Vögeln nichts zu hören ist.