Typisch letztes Jahresquartal: Die Kalenderblätter fallen so schnell wie die tiefbunten Blätter von den Bäumen. Nicht zu fassen, dass seit meiner Heimreise aus Griechenland schon wieder fünf Wochen vergangen sind.
Zugegeben: Nach zwei kurz aufeinander folgenden Urlaubsphasen hatte sich eine Menge Arbeit aufgestaut und ein neues Website-Projekt drängte ebenfalls zum Online-Gang.

Na, jedenfalls ist es mir jetzt gerade recht, mental noch einmal gen Süden zu fliegen und ein paar letzte Bilder von der Griechenlandheimreise zu bringen. Die Anreise nach Naxos hatte ich dieses Mal ja so geplant: Flug Athen – München, Schnellbus X96 Flughafen Athen nach Piräus, Blue Star Ferry Piräus – Naxos und rückwärts alles umgekehrt.

Das Problem (oder auch der Glücksumstand) bei einem Urlaub auf Naxos ist ja, dass die großen Flieger die schöne Insel nicht direkt ansteuern können, weil die Landebahn zu kurz ist. Aktuell diskutieren die Verantwortlichen gerade wieder über eine Verlängerung. Jeder kann den Drang nach Expansion verstehen, aber wie man in der lokalen Presse lesen kann, ist das Thema hoch emotional und auch die meisten Naxos-Fans sind sich bewusst, dass die Insel ein anderes Gesicht bekäme.

Nun, wir haben es nicht zu entscheiden und solange es ist, wie es ist, akzeptieren wir (so wir keinen Sitzplatz in einem der winzigen Inlandflieger ergattern konnten) die entschleunigende Anreise mit der Blue Star oder einer ihrer Schwestern.

Um den Rückflug von Athen nach München anzutreten, kann man von Naxos aus entweder die Fähre morgens um halb neun nehmen oder die gegen 18.00 Uhr. Wenn der Flieger am Vormittag abhebt, muss man die Abendfähre nehmen und auf richtigen Schlaf verzichten – so also auch ich diesmal. Zwar hatte ich einen Sessel gebucht, um ein bisschen vorzuschlafen, aber darauf kann man getrost verzichten. Nur die Einheimischen, die beim Anblick von Sonnenuntergangsstimmung und dunklem Meer nicht mehr in Verzückung geraten, gehen von Deck in die klimatisierten und mit TV ausgerüsteten Räume – die übrigen machen es sich draußen so bequem, wie es halt irgend geht.

Hier also die ultimativ letzten Fotos von Naxos 2015:

Die Chora von Naxos mit dem Venezianischen Kastell und der zum Hafen führenden Straße, welche an Sommerabenden den Spaziergängern und spielenden Kindern gehört.

Die Chora von Naxos mit dem Venezianischen Kastell und der zum Hafen führenden Straße, welche an Sommerabenden den Spaziergängern und spielenden Kindern gehört.

Der kleine Yachthafen in der Chora.

Der kleine Yachthafen in der Chora.

Ein anheimelnder Anblick: Wer in den Hafen einfährt, wird von der kleinen Kirche begrüßt.

Ein anheimelnder Anblick: Wer in den Hafen einfährt, wird von der kleinen Kirche begrüßt. „Sei willkommen, Fremder… oder: gut, dass du wieder hier bist.“

Fischerboot im Hafen der Chora

Fischerboot im Hafen der Chora

Die Hafenpromenade mit dem prähistorischen Apollon-Tempel, der Portara von Naxos im Hintergrund.

Die Hafenpromenade mit dem prähistorischen Apollon-Tempel, der Portara von Naxos im Hintergrund.

Blick auf die Chora von Naxos vom Anlegesteg der Fähre aus gesehen.

Blick auf die Chora von Naxos vom Anlegesteg der Fähre aus gesehen.

Auf Wiedersehen, Naxos. Hinter der Chora wird jetzt die weitläufige, stark zerklüftete Berglandschaft von Naxos sichtbar.

Auf Wiedersehen, Naxos. Hinter der Chora wird jetzt die weitläufige, stark zerklüftete Berglandschaft von Naxos sichtbar.

Kurs auf Paros!

Kurs auf Paros!

Die weiße Kirche auf der kleinen Landzunge von Paros.

Die weiße Kirche auf der kleinen Landzunge von Paros.

Wenn sich die Reling längst geleert hat, findet sich immer noch ein einsamer Fotograf - mit Superausrüstung!

Wenn sich die Reling längst geleert hat, findet sich immer noch ein einsamer Fotograf – mit Superausrüstung!

Heimfahrt_Paros-5

Windmühlen auf Paros.

Eigentlich will man ja keinen Sonnenuntergang mehr fotografieren, aber dann macht man es ja doch wieder.

Eigentlich will man ja keinen Sonnenuntergang mehr fotografieren, aber dann kann man doch nicht anders.

Vor Paros.

Vor Paros.

Jeder versteht wohl, warum man angesichts solcher Stimmung seinen Platz in der Lounge nicht einnehmen mag.

Von Paros nahmen wir noch einmal eine große Zahl Reisender an Bord, dann ging es ohne weiteren Stopp nach Piräus, wo wir gegen 24.00 Uhr pünktlich anlegten.
Was für ein Gewusel! Außer mir wussten noch etliche andere nicht so recht, wo sie hin mussten.
Eine ganze Armada von Taxifahrern gestikulierte und signalisierte Hilfe.
Aber eigentlich wollte ich ja wieder mit dem Bus zum Flughafen fahren. Wo ist nun die Haltestelle für den X96? Eine auf ihren Bus wartende Frau erklärte es mir in fabelhaftem Englisch: nicht wie die anderen Haltestellen direkt an der Straße, sondern im Hafengelände bei E7. Dort warten die Busse, bis sie alle halbe Stunde abfahren.

Ein bisschen mulmig war mir dann doch, als der Bus mit nur 3 Gästen abfuhr – schließlich war es Geisterstunde :-)
Aber das verlor sich schnell, denn selbst jetzt nach Mitternacht gab es weder am Hafen, noch während der gut einstündigen Busfahrt und schon gar nicht am Flughafen Grund für Sicherheitsbedenken.

Der Aufenthalt im Flughafengebäude bei Nacht wurde eher aufgrund der Müdigkeit unangenehm. So atmete ich zutiefst dankbar auf, als der Check-in-Schalter viel früher als bei uns gewohnt öffnete, so dass wir Einlass in den Sicherheitsbereich erhielten, wo es einige bequemere Sitzgelegenheiten gab.

Der Rückflug schließlich wieder Lufthansa-Komfort (ja, es macht schon Spaß, mit den LH-Leuten zu fliegen, wenn sie denn fliegen und nicht streiken). Über den Wolken machte der Kapitän uns darauf aufmerksam, dass wir an diesem Tag die Ehre hatten, dem Spektakel der Mondfinsternis ein Stück näher zu sein. Das war wirklich beeindruckend und ich war traurig, nicht mehr Brennweite zur Hand zu haben.

Mondfinsternis 2015
Als das Morgenlicht durchbrach, gab es dann noch schöne Blicke auf die Alpenlandschaft.

Ja, so eine Rückreise über Nacht in den neuen Tag hat schon viele Reize. Aber ich sage euch: es ist auch tüchtig anstrengend! Gegen 9.00 Uhr war ich zu Hause und meine letzten Hirnaktivitäten betrafen nur noch den Weg Richtung Bett!

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